Selbstbild – Fremdbild

Wie geht man weiter vor, um Stärken und Schwächen zu ermitteln? Antwort: man muss sich in schwierigen Situationen selber beobachten. Darüber hinaus ist es aber von entscheidender Wichtigkeit zu wissen, wie Sie von anderen in diesen Situationen gesehen werden. Das bedeutet auf der einen Seite das Selbstbild und auf der anderen Seite das Fremdbild zu definieren.

1. Die Kunst der Reflexion

Ich habe es an anderer Stelle in diesem Magazin schon beschrieben: wenn Sie herausfinden wollen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen, dann müssen Sie schwierige Situationen aus der jüngeren Vergangenheit heranziehen und analysieren, wie Sie sich in diesen Situationen verhalten haben.

Beschäftigen Sie sich bewusst mit Ihren Stärken und Schwächen

Eine halbe Stunde ist vergangen.

Peter Plan sitzt vor seinem Zettel.

Auf der Seite mit den Stärken steht „Ordentlich. Nett. Gute Kondition.“

Auf der Seite mit den Schwächen steht: nichts.

Peter hat in diversen Bewerbungsbüchern gelesen, dass Schwächen sehr verräterisch sein können. Deswegen ist er sich unschlüssig, was er schreiben soll.

Dass er gerne lange schläft? Dass er gerne „Germany´s next Top Modell“ anschaut? Dass er auch mal ungeduldig ist?

Er weiß es nicht.

Die eigenen Stärken und Schwächen herausfinden

Wer kennt sie nicht? Die Frage, die man in jedem Bewerbungsgespräch gestellt bekommt: „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“

In einem Bewerbungsgespräch dient die Frage hauptsächlich dazu, zu hören, wie der Bewerber mit sich selbst umgeht.

Ist er selbstkritisch? Von sich selbst überzeugt? Allzu überzeugt?

Und man bekommt Möglichkeiten, einzuhaken. Fragen zu stellen, die die Persönlichkeit des Bewerbers erahnen lassen.

Nichts anderes sollte Peter Plan mit sich selbst machen, um herauszufinden, was ihn anders macht als seine Kollegen. Sich auf den Prüfstand stellen und gewissermaßen ein Bewerbungsgespräch mit sich selbst führen:

Heben Sie sich aus der Masse hervor

Es war Montag Vormittag. Peter Plan saß in einer Abteilungsbesprechung und langweilte sich. Seine Abteilungsleiterin redete seit einer halben Stunde, aber er war mit seinen Gedanken ganz woanders.

Genau am heutigen Tag war er nun drei Jahre im Unternehmen. Er hatte BWL studiert mit Schwerpunkt Controlling. Seine Noten waren gut. Nicht übertrieben gut, aber immerhin vorderes Drittel seines Jahrgangs. Innerhalb kürzester Zeit wurde er zu drei Vorstellungsgesprächen eingeladen, und schneller als ihm eigentlich lieb war, hatten sie ihm den Job im Unternehmens-Controlling angeboten.