Wer führen will, muss reden können.
Die Rede ist eines der wichtigsten Mittel, um Menschen zu überzeugen (aber übrigens bei weitem nicht das einzige). Es ist daher für alle Führungskräfte essentiell, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und zwar ausführlich.
Ach, Sie müssen gar keine Reden halten? Bei Ihnen geht es nur um Power Point-Vorträge mit eher technischem Inhalt? Überzeugen ist da gar nicht so sehr das Thema?
Üblicherweise werden (sogenannte) Präsentationen in Unternehmen heutzutage nach ihrer Funktion getrennt betrachtet: Geht es um reine Information, will man eine Diskussion zu bestimmenten Themenbereichen erreichen oder geht es darum, eine Entscheidung zu einem Thema zu bekommen.
Handelt es sich bei den Zuhörern überwiegend um hierarchisch gleichgestellte Personen oder um die Führungsebene darüber, dann wird der Präsentation meist ein Management-Summary vorangestellt. Darin werden die wichtigsten Inhalte aber ggf. auch der Entscheidungsbedarf dargestellt.
Doch selbst wenn der Zweck der Präsentation noch so trocken und "technisch" ist, es gilt für Präsentationen folgender Erfahrungswert:
Je wichtiger das Thema für das Unternehmen ist, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zuhörer schon auf der ersten Seite, also beim Management-Summary in hitzige Diskussionen verstricken. Wer es noch nicht selbst erlebt hat, der glaubt gar nicht zu welchen Emotionen "vernünftig denkende" Manager fähig sind, gerade wenn es darum geht, simple Zusammenfassungen eines Themas auf einer einzigen Power Point-Folie zu akzeptieren.
Die Kunst der Rede
Und damit kommen wir zur Rhetorik, der "Kunst der Rede". Sie ist über 2000 Jahre alt und wurde im antiken Griechenland erschaffen, ausgearbeitet und zur vollen Blüte entwickelt.
Ein bisschen alt, um für heutige Zwecke brauchbar zu sein, meinen Sie?
Halten Sie sich vor Augen, dass die Griechen und später die Römer noch keine Power Point-Präsentationen hatten, um ihre Reden zu unterstützen. Das antike Griechenland war die Geburtstätte der Demokratie. Reden mussten möglichst effektiv darauf ausgerichtet sein, die Zuhörer von dem zu überzeugen, was der Redende erreichen wollte. Die Rede war gewissermaßen dadurch definiert, dass mit ihr ein bestimmter Zweck erreicht werden sollte.
Und einen Zweck wollen Sie mit Ihrer Power Point-Präsentation doch auch erreichen, oder? Und sei es nur, dass ihre Zuhörer verstehen, wie weit Ihre Mitarbeiter mit der Projektarbeit gekommen sind.
Dann werden Sie nicht darum herum kommen, sich wenigstens in Ansätzen mit dem faszinierenden Gebiet der Rhetorik zu auseinandersetzen.
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