Über den Autor

Der Autor ist leitender Angestellter in einem großen deutschen Konzern. Er ist seit über zehn Jahren Manager in verschiedensten Führungs-Funktionen. Er kennt vielleicht nicht alle, aber sicher die meisten Situationen, mit denen ein Mittlerer Manager im Laufe seiner Tätigkeit konfrontiert wird.

Aber er heißt nicht Konstantin Kraft. Der Name ist ein Pseudonym.

Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

Im Laufe meiner Tätigkeit als Manager habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Gute und schlechte. Unangenehme aber auch äußerst befriedigende.

Am Anfang wollte ich unbedingt Manager werden. Aber als ich es dann war, gab es eine Phase, in der ich mich verflucht habe, jemals auf diesen Gedanken gekommen zu sein. Plötzlich zerrten alle an mir: die Kunden, meine Mitarbeiter, die Kollegen, mein Chef, sogar mein Lebenspartner meldete plötzlich Ansprüche an, die ich vorher so nie wahrgenommen hatte.

Ich lag Nächte lang wach und wälzte die Probleme, die plötzlich mein täglich Brot geworden waren, und die ich mir auch noch selber aufgehalst hatte.

Aber dann ging Zeit ins Land. Ich kämpfte mich durch meine ersten hundert Tage und eines Tages hatte ich mein erstes Jahr hinter mir. Ich stellte fest, dass manche Dinge leichter geworden waren.

Ich begann mich zu fragen, warum das so war. Lag es nur an der Gewohnheit oder hatte ich auch dazu gelernt? Und wenn ich dazu gelernt hatte, was war das genau, was ich gelernt hatte?

Ich besuchte ein paar Seminare, die mir zeigten, wie man sich bewusst mit seiner Persönlichkeit auseinander setzt. Die Instrumente, die ich dort kennen lernte, setzte ich anschließend in meiner täglichen Arbeit ein, um mir möglichst klar zu werden, warum manche Dinge funktionierten, manche Dinge dagegen überhaupt nicht.

Das war mühsam. Aber es hat mir viel geholfen. Es dauerte gar nicht lange und mir wurde die nächste Führungsaufgabe angetragen. Neues Spiel, neue Herausforderungen. Oder wie man heute sagen würde: nächster level.

Wieder war alles neu. Aber eben nicht mehr ganz so neu. Viele Problemlagen kannte ich schon. So oder so ähnlich.

Ich war souveräner geworden.

In dieser zweiten Tätigkeit fand ich etwas ganz Wichtiges heraus: es gab immer einen ganz bestimmten Kern, der das ausmachte, wofür ich bezahlt wurde. Es war gar nicht meine Aufgabe, alles zu können, alle Probleme zu lösen. Meine Aufgabe war recht begrenzt. In diesem ganz speziellen Fall war mein Job folgender: ich musste den Mitarbeitern die Angst nehmen, die sie aufgrund massiver Reorganisations-Maßnahmen tagtäglich mit sich herum trugen. Dafür wurde ich bezahlt! Allein dafür!

Als ich das heraus gefunden hatte, konzentrierte ich mich darauf, den Mitarbeitern die Veränderung und ihre Hintergründe transparent zu machen. Ich versuchte Verständnis zu wecken, hielt aber auch mit Kritik nicht hinter dem Berg. Vor allem anderen aber ermutigte ich meine Mitarbeiter immer wieder, selbstbewusst mit der neuen Situation umzugehen und nach Chancen für sich zu suchen.

Denn das war mein Job!

Nachdem ich mich ausschließlich auf diesen Kern konzentrierte, geschah etwas Erstaunliches:

Die Mitarbeiter arbeiteten wie verrückt. Wir waren unternehmensintern die produktivste Abteilung, ohne dass ich auch nur ein Wort in diese Richtung sagen musste. Wenn ich aus dem Urlaub zurück kam, hieß es: “Sind wir froh, dass Sie wieder zurück sind.” Und das Allerbeste war: Ich hatte meine Arbeitszeit auf weniger als die Hälfte reduziert! Plötzlich machte Führung Spaß. Ich erreichte Ziele, ohne ständig auf Widerstände zu stoßen.

An dieser Erfahrung wuchs ich. Mit der Zeit ist es mir gelungen meine Führungstätigkeit souverän, aber vor allem entspannt zu gestalten.

Tatsächlich hatte ich plötzlich auch wieder viel mehr Zeit – und vor allem den freien Kopf dafür – meine eigenen Ziele verfolgen zu können.

Wie ihr euch denken könnte, ist genau das der Grund, warum ich hier nicht mit meinem richtigen Namen auftreten kann.

Ich hoffe, die Erkenntnisse, die ich in diesem Blog mit euch teile, helfen euch bei eurem eigenen Führungsjob.

Viel Spaß beim Lesen!